FAT but FIT – ein Mythos?

Ist es möglich trotz Fettleibigkeit gesund zu sein?

Selbst wenn die Blutwerte wie Cholesterin oder der Blutdruck bei übergewichtigen Personen im grünen Bereich sind, so gibt es doch weitere Risikofaktoren die es zu beachten gibt und welche ebenfalls ein entscheidender Faktor für den aktuellen Gesundheitszustand sind.

Die Studie:

Diverse Studien haben sich eingehend mit diesem Thema befasst. Eine der aktuellsten ist jene vom Imperial College London in Zusammenarbeit mit der Cambridge University.
 FAT but FIT
Dabei wurden 7.600 Patienten mit Herzgefäßerkrankungen in die Studie eingeschlossen.
Voraussetzung für die Aufnahme in die Studiengruppe war aber eine gute körperliche Verfassung trotz des weit über dem Sollwert liegenden Body Mass Index (BMI <30).   Denn genau diese Gruppe unterliegt einem erhöhten Risiko von Herzgefäßerkrankungen. Steigt der BMI über 30, ist die Gefahr für Herzerkrankungen um bis zu 28 Prozent höher als bei normalgewichtigen Personen.   Anzumerken ist, dass der BMI alleine kein guter Bezugswert für die Ermittlung von Übergewicht ist. Denn der BMI geht nicht auf die körperliche Struktur und die Muskelmasse ein. So haben beispielsweise ein 100kg schwerer Bodybuilder und ein 100kg schwerer Durchschnittsbürger bei gleicher Körpergröße den gleichen BMI. Er bietet aber eine einfache und schnelle Möglichkeit um eine sehr grobe Einschätzung über das Verhältnis Körpergewicht zu Körpergröße zu bekommen. Athleten jedoch wissen besser um andere Möglichkeiten und Methoden zur Körperfettbestimmung Bescheid.   Von essentieller Bedeutung ist bei Übergewicht auch, wo sich die Fettdepots befinden. Herznahe Fettpolster führen zu erhöhtem Risiko von Herzerkrankungen und Herzinfarkten. Das herznahe Fett produziert Hormone, welche Entzündungen begünstigen.     – Diesen Hormonen wiederum wirken die sogenannten Myokine entgegen, die von den Muskelzellen bei körperlichem Training produziert werden.
Befindet sich das Fett aber hauptsächlich in den Beinen oder dem Po, so ist das Risiko für Herzerkrankungen wesentlich geringer.
 
Auch eine Gewichtsreferenz geben die Mediziner an: Ist die Körpermasse nur um 5 – 10 Prozent erhöht, so ist das Risiko ebenfalls noch gering.
 
Noch immer wird der positive Einfluss von Bewegung auf die Gesundheit von übergewichtigen Personen unterschätzt. Durch körperliche Aktivität und alternierendes Training kann der Gesundheitszustand verbessert und das Sterberisiko aufgrund von Herzerkrankungen deutlich gesenkt werden.
 
Wissenschaftliche Erkenntnisse bestätigen, dass bis zu 18 Prozent der frühzeitigen Todesfälle bedingt durch Herzerkrankungen durch sportliche Aktivität verhindert werden können.
Alleine durch die Senkung des Blutdrucks auf ein durchschnittliches Niveau kann die Zahl der Todesfälle um 15 Prozent reduziert werden.
 
Eine weitere interessante Erkenntnis dieser Studie ist, dass die Senkung des Cholesterinwerts oder des Blutzuckergehalts nur einen geringen Einfluss auf die Sterberate hat.
Somit sind körperliche Fitness und ausreichende körperliche Betätigung die erfolgversprechendsten Möglichkeiten, um trotz Übergewicht das Gesundheitsrisiko deutlich zu reduzieren.
 
Bei Übergewicht sollte aber trotzdem die Reduzierung des Körpergewichts ein Ziel darstellen, denn die Überbelastung der Gelenke und Bänder ist trotz eines gesunden Herzens weiterhin gegeben.

Die Erkenntnis:

Wer stark übergewichtig ist (der Einfachheit wir in der Studie von einem BMI von über 30 ausgegangen), jedoch in einer guten körperlichen Verfassung und körperlich aktiv ist, kann das Risiko aufgrund von Herzgefäßerkrankungen zu sterben im Vergleich zu schlanken aber unsportlichen Vergleichspersonen um bis zu 50 Prozent reduzieren.
 
„Better fat and fit than skinny and limply”.
 

Hier der Link zur Studie:

Imperialcollege UK
Academic.OUP.com

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